Leitbild

Mit der Berührung in der Tantramassage leisten wir einen Beitrag, die Sinne zu sensibilisieren und den Körper intensiver wahrzunehmen. Das fördert den glücklicheren, tieferen und friedvolleren Kontakt zu sich und anderen Menschen. Der fließende, kraftvolle Atem darf in der Tantramassage genauso wiederentdeckt werden wie die eigene Lust und der unmittelbare Ausdruck unserer Gefühle.

Ziel und Zwecks der Verbandes

Der Verband dient der Pflege, Erforschung und Verbreitung der Tantramassage als kulturell und sozial wertvolle Fertigkeit ritueller Sinnlichkeit.

Außerdem fördert er die Berufsbildung und unterstützt die ausgebildeten Tantramasseure und – masseurinnen in allen Fragen ihrer professionellen Ausübung der Tantramassage.

Die gegenseitige Unterstützung der Mitglieder in ihren beruflichen Belangen, wie Teambildung, Management und Zukunftsgestaltung, ist genauso wichtig wie die inhaltliche Weiterentwicklung und Qualitätssicherung der Tantramassage.

Der Verband steht auch für die Mitgestaltung kultureller Meinungsbildungsprozesse im Bereich von Sinnlichkeit und Sexualität.

Ethik und Werte

Die Mitglieder des TMV haben die gemeinsame Grundeinstellung, in der die sexuelle Energie als Urkraft, ohne die es kein Leben gäbe, bejaht wird. Die volle Akzeptanz und Wertschätzung des Frau-Seins, sowie des Mann-Seins bilden die Grundlage. Wir gehen von der Fähigkeit des Menschen zur Selbstheilung und Entwicklung aus.

Der Tantramassage-Verband e.V. setzt sich dafür ein, dass unsere Gesellschaft nicht nur die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Möglichkeiten für eine erfüllte Sexualität schafft, sondern zugleich diese Haltung kultiviert.

Erfüllte Sexualität ist Teil eines gelungenen und guten Lebens. Dazu dient eine gute Kenntnis der biologischen Aspekte menschlicher Sexualität und die Bejahung von persönlicher Lust und Freude, sowie die Wahrnehmungsfähigkeit, Sensibilität und Kundigkeit im sinnlichen Kontakt mit sich und anderen Menschen. Die Tantramassage ehrt den Menschen in seiner Gesamtheit von Körper, Geist und Seele. Ihr Ethos lehrt Freude, Würde, Rücksichtnahme, Aufmerksamkeit, Behutsamkeit, Sorgfalt, Offenheit, Achtung vor dem anderen,sowie den Mut und die Fähigkeit, selbstbestimmt Entscheidungen über das zu treffen, was einem gut tut.

Kernkompetenzen

Die Mitglieder im Verband verfügen über ein umfangreiches Wissen der Tantramassage, welches die Verehrung und Erweckung der Sinne genauso berücksichtigt wie Nähe und Geborgenheit.

Regelmäßiger Austausch, Weiterbildung und ein beherzter Umgang im Team prägen den Arbeitsalltag der Mitglieder. Dadurch bleibt die Arbeit als Tantramasseur/in spannend, herausfordernd und wandlungsfähig.

Der heilenden Wirkung von ganzheitlicher Berührung, unter Einbeziehung des gesamten Körpers, sind wir uns bewußt.

Jedes Mitglied im Verband bereichert das Arbeitsfeld durch seine tantrische und spirituelle Selbsterfahrung. Wir sind uns unserer eigenen Grenzen und Stärken bewußt und pflegen einen integeren Umgang mit den Grenzen des Massagenehmers.

Qualitätsmanagement

Die Mitglieder verpflichten sich zu integerem Handeln, zur Transparenz ihres Angebots sowie zur Einhaltung der vom Verband vorgegebenen Qualitätsrichtlinien.

Die Mitglieder begleiten und unterstützen in ihren Instituten den/die Masseur/in in seinen/ihren Aufgaben und in seiner/ihrer Haltung zur Massage-Arbeit. Das Absolvieren von regelmäßigen Weiterbildungen und Supervision sind darin ein wichtiger Aspekt.

Die Qualitätsrichtlinien beziehen sich außerdem auf die räumliche Ausstattung, Hygiene, Werbung und den Außenauftritt der Institute.

Definition Tantramassage

Die Tantramassage ist ein umfangreiches Massage-und Verehrungsritual, bei dem der ganze Körper und der Intimbereich auf harmonische und natürliche Art mit einbezogen wird.

Das eigene Potenzial der sinnlich-sexuellen Lebenskraft kann unmittelbar erfahrbar werden und sich weiter entfalten. Das Ziel der Tantramassage ist ein allgemeines, entspanntes Befinden sowie die orgiastische Energie von Beginn an zu wecken, zu erhalten und im ganzen Körper zu verteilen.

Die Mindestdauer einer Massage beträgt eine Stunde und kann auf 2-3 Stunden ausgedehnt werden und ggf. von zwei Masseur/innen ausgeführt werden.

Eine professionelle Tantramassage ist und bleibt eine Massage und findet innerhalb folgenden klar definierten Rahmens statt:

  • die Masseurin/der Masseur treten dem Massageempfänger authentisch gegenüber
  • die Masseurin/der Masseur verpflichten sich einer sexuellen Ethik, die weder eine Sehnsucht des Massageempfängers ausnutzt, noch ihre/seine eigenen Bedürfnisse einbringt,
  • die Masseurin/der Masseur öffnen den Raum, der es dem Massageempfänger ermöglicht, seine eigene Sinnlichkeit und sein eigenes sexuelles Empfinden zu erfahren. Im Verständnis der Massage hält er/sie den Rahmen des Geschehens und wahrt im gegenseitigen Respekt die Grenzen.

Quellen unseres Wissens und Könnens

Tantra

Die wesentlichen Gedanken des Tantra lassen sich aus den Kernsätzen der indischen Philosophie herleiten. Allerdings befassen sie sich kaum mit abstrakten Spekulationen, sondern erläutern und erklären die praktischen Wege und Methoden, die zur Erleuchtung führen. Die sexuelle Energie des Menschen wird als natürlicher Ausdruck göttlicher, spiritueller, schöpferischer Kraft und der Körper als Tempel der Seele verehrt und geachtet.

Tantra akzeptiert den Menschen in seiner Ganzheit.
Es verwebt die scheinbaren Gegensätze von Gut und Böse, von Spiritualität und Sexualität, von Körper und Geist und ist somit nondual.

Neotantra

Der Begriff Neotantra entstand im Umfeld von dem indischen Mystiker Osho. Osho war einer der Ersten, der in den 70er Jahren das tantrische Gedankengut für das Verständnis von westlichen Menschen zugänglich machte und somit im Westen etablierte.
Er hat die jahrhundertealten, indischen und tibetischen Schriften, die auch in Asien nur wenigen Eingeweihten zugänglich waren, erläutert und interpretiert.
Neotantra ist eine kreative Mischung aus östlichen Weisheitslehren und westlichen psychotherapeutischen und körpertherapeutischen Ansätzen, die das Ziel haben, die Verbindung zwischen Spiritualität und Sexualität erfahrbar zu machen.

Die Tantramassage wurde von Andro Andreas Rothe in der 70er Jahren kreiert. Seine Massage wurde von verschiedenen neotantrischen Schulen ergänzt und weiterentwickelt.
Weitere Einflüsse stammen vom Theologen und Sexualforscher Dr. Joseph
Kramer in Oakland, Kalifornien (1984). Kramer schuf eine Form spiritueller,
erotischer Körperarbeit, die auf tantrisch-taoistischen Grundlagen beruht
und in erster Linie Atem- und Massagearbeit zum Schwerpunkt hat, wichtiger
Bestandteil dieser Massagearbeit ist die Lingammassage (d. h. die
Massage des männlichen Genitals). In Zusammenarbeit mit Annie Sprinkle wurde
das weibliche Gegenstück dazu die Yonimassage entwickelt. Weitere
theoretische Wurzeln gehen dabei unter anderem zurück auf Wilhelm Reich,
Alexander Lowen und Mantak Chia.“

Weitere Quellen

Das Wissen über Anatomie und Funktionsweise des menschlichen Körpers und seiner Psyche sind unerlässlich und fließen in die Massage mit ein.
Außerdem inspiriert uns das Wissen aus anderen ganzheitlichen Lehren wie z.B.:

  • die Meridianlehre aus dem TCM (traditionelle chinesische Medizin)
  • Quodoushka (schamanisch-spirituelle Sexualität)
  • taoistische Lehren über Sexualität als Fundament für Gesundheit, Kreativität und Spiritualität
  • Körpertypenlehre nach Wilhelm Reich und Alexander Lowen

Ausbildung

Verantwortliches berufliches Handeln erfordert hohe fachliche Kompetenz.

Tantramasseure/innen haben die Ausbildung entsprechend der Ausbildungsrichtlinien des Tantramassageverbandes e.V. absolviert und sind dazu verpflichtet, sich kontinuierlich fortzubilden.

Mitgliedschaft

Mitglied oder Fördermitglied im Verband können alle natürlichen oder juristischen Personen werden, die sowohl eine vom Verband anerkannte Ausbildung in der Tantramassage abgeschlossen haben und / oder mit dem Verbandszweck übereinstimmen.

Jedes stimmberechtigte Mitglied verpflichtet sich, in einer Arbeitsgruppe des Tantramassage-Verbandes e.V. aktiv mitzuarbeiten.

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