TMV-Mitgliederversammlung Oktober 2016

2016-10 // Mitgliederversammlung

Foto: Antonia Vilos, Masseurin bei Ananda Köln

Vom 3. bis 5. Oktober 2016 traf sich der Tantramassage-Verband in Stiersbach bei Stuttgart zu seiner jährlichen Mitgliederversammlung. Die wichtigsten Themen waren:

Allem voran das neue Prostituiertenschutzgesetz, welches ab Juli 2017 in Kraft tritt, und seine Auswirkungen auf die Ausübung der Tantramassage TMV®. Es wurde darüber diskutiert, wie der Verband dazu Stellung bezieht und welche Unterstützung den Praxen und MasseurInnen zuteil werden kann.

Des weiteren ging es um die Qualitätssicherung in den Mitgliedspraxen und die Überarbeitung der Ausbildungsordnung. Der TMV möchte wachsen und es mehr qualifizierten Tantramasseurinnen und -masseuren ermöglichen, ein TMV-Zertifikat zu erlangen und Mitglied zu werden.

Am 5. Oktober fanden die Neuwahlen des 6er-Vorstandes statt, bestehend aus dem ersten und zweiten Vorsitzenden, dem Schatzmeister und dem erweiterten Vorstand mit jeweils einem Vertreter der momentan drei Interessengruppen des Verbandes (Ausbilder, Massagepraxen sowie Masseure und Masseurinnen). Olaf Göbel wurde mit großer Mehrheit für weitere 2 Jahre zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Auf dem Bild sind folgende Personen zu sehen:

Reihe vorn v.l.n.r.: Eva Hanson – Gast, Masseurin bei Ananda Köln | Christine Andersch – Masseurin bei Ananda Köln | Bettina Dornics – Yonitalk Berlin | Elisabeth Strack – Zaida Hannover | Stefan Bölts – Diamond Lotus Berlin

Reihe Mitte v.l.n.r.: Astrid Bonfigt – Masseurin bei Ananda Köln | Smita Birgit Stehle – LaLita/Atelier Kunstgriff, Leipzig | Olaf Göbel – TantraConnection Essen | Guido Dippel – Fühlharmonie Velbert | Tarika Dilger – Tarisha, Nürnberg

Reihe hinten v.l.n.r.: Elvira Jamala Malinovskaa & Gerhard Mühlbauer – Jembatan München | Wiebke Heuchert & Stephan Streichhahn – Avalon Frankfurt a.M. | Martina Weiser – Ananda Köln | Michaela Riedl – AnandaWave Köln | Monika Kochs – Dakini Stuttgart & Köln

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2016-04 // TMV-Arbeitstreffen

Ein erfolgreiches und effizientes Arbeitstreffen mit dem Schwung des Frühlings liegt hinter uns: Vom 25. bis 27. April 2016 tagten wir im Seminarhaus Gute Alte Heide im Umland von Köln.
Der Verband hat dabei wichtige Themen für die Zukunft besprochen, seine Struktur an einigen Punkten optimiert und die Diamond Lotus – Massagepraxis in Berlin als neues Mitglied begrüßt. Themenschwerpunkte waren ferner die Qualitätssicherung im Bereich der Ausbildung und das umstrittene neue Prostitutionsschutzgesetz und seine Folgen für die Tantramassage.
Qualitativ hochstehende Tantramassagen nützen nichts, wenn sie nicht gefunden werden: Wir haben die neue Übersichts-Karte mit den Standorten der Ausbildungsinstitute, Praxen und EinzelmasseurInnen optimiert.
Und last but not least: „TMV“ ist vom Deutschen Marken- und Patentamt als Wortmarke anerkannt worden, nun heißt es: „TMV®“

Auf dem Bild sind folgende Personen zu sehen:

Reihe vorn v.l.n.r.: Stefan Bölts – Diamond Lotus Berlin | Guido Dippel – Fühlharmonie Velbert | Monika Kochs – Dakini Stuttgart & Köln | Saranam Ludvik Mann – Gast, Diamond Lotus Berlin | Elvira Jamala Malinovskaa – Jembatan München | Suriya – Gast, Diamond Lotus Berlin | Brigitta Jecko – ManuMagic Basel

Reihe hinten v.l.n.r.: Amara Allelein – Ayana Essen & Samara Hagen | Tamara Tegtmeier – TantraConnection Essen | Sili Sauf – Masseurin bei Ayana Essen | Michaela Riedl – AnandaWave® Köln | Eva Brinckmann – Gast, Diamond Lotus Berlin | Gerhard Mühlbauer – Jembatan München | Astrid Bonfigt – Masseurin bei Ananda Köln | Olaf Göbel – TantraConnection Essen | Bob Schumacher – Masseur bei Dakini Köln

Foto: Antonia Vilos, Masseurin bei Ananda Köln

Im Seminarhaus Gut Alte Heide bei Köln

Im Seminarhaus Gut Alte Heide bei Köln

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2015-11 // Mitgliederversammlung

Eine erfolgreiche Mitgliederversammlung liegt hinter uns: Wie auch in den letzten Jahren traf sich der TMV drei Tage im Parimal Gut Hübenthal bei Kassel. Vom 23. bis 25. November 2015 hat der Verband wichtige Entscheidungen für die Zukunft getroffen und seine Struktur an einigen Punkten optimiert. „Es fühlte sich nach einem Grundreinemachen an“, so der Vorstandsvorsitzende Olaf Göbel. Der TMV sei nun arbeitsfähiger, die Ausbildungsordnung verbessert und der Verband durch einige Angebote für Neumitglieder attraktiver geworden. Weiteres wichtiges Thema: Öffentlichkeitsarbeit und Image-Bildung – sowohl für den Verband als auch für die Tantramassage allgemein.

Auf dem Bild sind folgende Personen zu sehen:

Reihe vorn v.l.n.r.: Elisabeth Strack – Zaida Hannover | Pamela Behnke – Zinnoberschule | Martina Weiser – Ananda Köln | Michaela Riedl – AnandaWave® Köln | Bettina Dornics – Yonitalk Berlin | Smita Birgit Stehle – LaLita/Atelier Kunstgriff, Leipzig | Guido Dippel – Fühlharmonie Velbert | Christine Andersch – Masseurin bei Ananda Köln

Reihe hinten v.l.n.r.: Bob Schumacher – Masseur bei Dakini Köln | Tarika Dilger – Tarisha, Nürnberg | Olaf Göbel – TantraConnection Essen | Wiebke Heuchert & Stephan Streichhahn – Avalon Frankfurt a.M.

Foto: Antonia Vilos, Masseurin bei Ananda Köln

Im Seminarhaus Parimal Gut Hübenthal bei Kassel

Im Seminarhaus Parimal Gut Hübenthal bei Kassel

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2015-08 // TMV-Ausbilderin dauerhaft befreit von Umsatzsteuer

Eine wichtige Entscheidung für die Tantramassage: Das TMV-Ausbildungsinstitut AnandaWave ist und bleibt von der Umsatzsteuer befreit. In der ersten Instanz hatte das Kölner Verwaltungsgericht dies bereits im Mai entschieden. Das beklagte Land NRW kündigte im Juli an, dagegen Berufung einzulegen. Nun aber hat sich NRW, vertreten durch die Bezirksregierung Köln, anders entschieden und die Berufung „nach erneuter Prüfung der Rechtslage“ zurückgezogen. Damit ist die Sache entschieden – der Streit ist rechtskräftig und unanfechtbar beendet.

Michaela Riedl von AnandaWave

Michaela Riedl von AnandaWave

Dreh- und Angelpunkt des Rechtsstreits war die Frage, ob die AnandaWave-Ausbildung nach TMV-Qualitätskriterien auf einen Beruf vorbereitet. Massagepraxen aus dem Wellness-Bereich und andere Betriebe haben sich in der Vergangenheit erfolgreich von der Umsatzsteuer befreien lassen, indem sie nachwiesen, dass sie berufsvorbereitend ausbilden. Michaela Riedl von AnandaWave forderte mit ihrer Klage gegen das Land NRW gleiches Recht für alle. Das Kölner Verwaltungsgericht entschied im Mai zu ihren Gunsten und verpflichtete das Land NRW dazu, „der Klägerin (…) zu bescheinigen, dass sie mit der (…) AnandaWave®-Profiausbildung ordnungsgemäß auf einen Beruf vorbereitet.“ Da es nun keine Berufung geben wird, bleibt es dabei.

Interessant ist die schriftliche Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichts. Im Hinblick auf die Ausbildung nach TMV-Kriterien heißt es darin:

„Nach den von der Klägerin vorgelegten Unterlagen zu der von ihr durchgeführten Ausbildung, den Materialien des Tantramassage-Verbands zur Ausbildung, den Anforderungen und dem Leitbild sowie den Erläuterungen der Klägerin in der mündlichen Verhandlung lässt sich feststellen, dass in Bezug auf den hier beschriebenen Beruf des Tantramasseurs Anforderungen für einen geordneten Ausbildungsgang im Sinne eines Ausbildungskanons existieren. Zwar weist das Berufsbild des Tantramasseurs bezogen auf die Vielzahl der Anbieter, die diese Dienstleistung anbieten, kein einheitliches Bild auf, es lassen sich aber bezogen auf die im Tantramassage-Verband zusammengeschlossenen Anbieter Grundstandards erkennen, die zur seriösen und professionellen Ausübung diese Berufs auch unter objektiv zu beurteilenden Kriterien notwendig und damit im Rahmen der Ausbildung zu vermitteln sind.“
(Aktenzeichen 24 K 7822/13, 13.05.2015, S. 11)

Der erfreuliche Ausgang des Rechtsstreits hat zwei Folgen. Zum einen dürfen sich die Auszubildenden und Seminarteilnehmer von AnandaWave darüber freuen, dass die Kursgebühren dank der Umsatzsteuerbefreiung langfristig stabil bleiben. Zum anderen rückt die Tantramassage durch das Urteil einen weiteren Schritt in die Mitte der Gesellschaft. 2014 bekam das TMV-Massageinstitut Dakini nach seiner Klage gegen die Vergnügungssteuer bereits richterlich bescheinigt, dass es weder ein Bordell noch eine bordellähnliche Einrichtung ist und die dort tätigen Tantramasseurinnen und -masseure keine Prostituierten sind. Mit der Befreiung von der Umsatzsteuer ist nun klar: Wer die Ausbildung nach TMV-Kriterien macht, erlernt einen ordnungsgemäßen Beruf, der gesetzlich als solcher anerkannt wird.

Der TMV ist gespannt, wie sich dieses Ergebnis auf den noch anstehenden Prozess des TMV-Ausbildungsinstituts TantraConnection vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen auswirkt. Dessen Inhaber Olaf Göbel klagt ebenfalls auf Befreiung von der Umsatzsteuer. AnandaWave und die anderen TMV-Mitglieder wünschen ihm dabei viel Erfolg.

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2015-07 // Bisher nur Etappensieg – Umsatzsteuerprozess geht weiter

Nun ist es amtlich: Die Bezirksregierung Köln geht in Sachen Umsatzsteuer in Berufung. Das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln vom 15. Mai, nach dem das TMV-Ausbildungsinstitut AnandaWave von der Umsatzsteuer zu befreien ist, steht damit auf dem Prüfstand.

Michaela Riedl von AnandaWave

Michaela Riedl von AnandaWave

Der TMV und seine Mitgliedsinstitute sehen den Dingen gelassen entgegen. Michaela Riedl von AnandaWave, die die Klage geführt hat, ist zuversichtlich: „Bisher hat die Bezirksregierung Köln immer nur wiederholt, dass sie die Objektivität unserer Ausbildungskriterien nicht sieht. Man ist daher der Meinung, dass unsere Ausbildung nicht auf einen Beruf vorbereitet.“ Demgegenüber hat das Verwaltungsgericht in seiner schriftlichen Urteilsbegründung zur Umsatzsteuerbefreiung jedoch eindeutig festgestellt: „Die Klägerin vermittelt mit den von ihr im Rahmen der Profiausbildung angebotenen Kursen, die das Kriterium eines geordneten Ausbildungsgangs erfüllen, objektiv notwendige berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.“ Es bleibt abzuwarten, welche neuen Argumente die Bezirksregierung auf den Tisch legt, um dem offensichtlichen Widerspruch zwischen ihrer eigenen Einschätzung und dem erstinstanzlichen Gerichtsurteil zu begegnen. „Wir lassen uns überraschen, sind aber weiterhin überzeugt, den richtigen Schritt zu tun“, so Michaela Riedl.

Der Berufungstermin steht noch nicht fest. Offen ist außerdem der Ausgang des parallel laufenden Prozesses des TMV-Ausbildungsinstituts TantraConnection vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Auch dabei geht es darum, den Betrieb von der Zahlung der Umsatzsteuer zu befreien.

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2015-05 // Prozess gewonnen: Anerkennung der Tantramassage TMV® als Beruf

Vor der Verhandlung im Verwaltungsgericht Köln

Vor der Verhandlung im Verwaltungsgericht Köln

Ein großer Tag für alle, deren Beruf die Tantramassage ist.
Im Verwaltungsgericht Köln kam es diese Woche zu einer richterlichen Entscheidung im Prozess der Tantramassage Ausbilderin Michaela Riedl (AnandaWave) gegen die Bezirksregierung Köln.
Das Gericht hat festgestellt, dass die Tantramassage-Profiausbildung von AnandaWave auf einen Beruf vorbereitet und zwar ordnungsgemäß geregelt und anhand von objektiven Kriterien überprüfbar.

Am Mittwoch, dem 13. Mai 2015 fand der Prozess von Michaela Riedl im Verwaltungsgericht Köln statt. Der Prozess von Olaf Göbel von TantraConnection wird voraussichtlich in Kürze beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen folgen.

Ausgangspunkt waren die Anträge der beiden TMV-Ausbildungsinstitute AnandaWave und TantraConnection auf Befreiung von der Umsatzsteuer nach §4 Nr. 21 a) bb) Umsatzsteuergesetz (UStG). Nach diesem Paragrafen sind alle Ausbildungsbetriebe von der Umsatzsteuer zu befreien, die auf einen Beruf vorbereiten.

Beide Anträge wurden abgelehnt mit der Begründung, dass es sich hier nicht um einen ordnungsgemäß geregelten und anhand von objektiven Kriterien überprüfbaren Ausbildungsgang handelt.

Das sah die vorsitzende Richterin etwas anders, in dem sie betonte, dass der Tantramassage-Verband (TMV) ganz klare Ausbildungskriterien geschaffen hat, die sehr wohl objektiv beurteilt werden können.

Bei diesem entscheidenden Schritt standen viele Menschen unterstützend hinter Michaela Riedl. Denn die berufliche Anerkennung dieser wundervollen Arbeit ist für viele Menschen eine starke Vision. Dreizehn davon versammelten sich um 10.30 Uhr im Verwaltungsgericht Köln / Saal 2, um dem Beruf Tantramassage ein Gesicht zu geben.

Wir alle sind begeistert von diesem Erfolg. Das ist ein wesentlicher Beitrag zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Tantramassage TMV®.

Ein ausführlicher Pressebericht folgt in Kürze.

Tantramassage TMV® ist eine eingetragene Marke des Berufsverbandes Tantramassage Verband e. V.

Fotos: Antonia Vilos

Michaela Riedl von AnandaWave

Ausbilderin Michaela Riedl / AnandaWave

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2015-03 // TMV-Arbeitstreffen

Im Seminarhaus Gut Alte Heide in Wermelskirchen

Im Seminarhaus Gut Alte Heide in Wermelskirchen

Vom 23. bis 25. März 2015 trafen sich 19 Mitglieder des TMV zum halbjährlichen Arbeitstreffen im Gut Alte Heide in Wermelskirchen bei Köln. Ein Hauptthema war dabei die Frage, wie der TMV für neue Mitglieder attraktiver werden kann. Verschiedene Maßnahmen wurden diskutiert und beschlossen. Außerdem ging es darum, wie der Verband die Tantramassage noch deutlicher als Berufsbild in der Gesellschaft etablieren kann und dabei das Profil der Tantramassage in ihren Qualitäten und Unterschieden zu anderen Berufen noch klarer darzustellen. Ein weiteres großes Thema war die Qualitätssicherung der Massagen in den Mitgliedspraxen.

Auf dem Bild sind folgende Personen zu sehen:

Reihe vorn v.l.n.r.: Kaya Könn – TantraArt Mönchengladbach | Guido Dippel – Fühlharmonie Velbert | Elisabeth Strack – Zaida Hannover | Martina Weiser – Ananda Köln | Christine Andersch – Masseurin bei Ananda Köln | Elvira Jamala Malinovskaa & Gerhard Mühlbauer – Jembatan München

Reihe mittig v.l.n.r.: Ute Himmelsbach – Tantra Relaks Saarbrücken | Gerd van Issum – Gast, Masseur in Ausbildung | S. M. – Masseurin | Amara Allelein – Ayella Essen & Samara Hagen | Smita Birgit Stehle – LaLita/ Atelier Kunstgriff, Leipzig | Tarika Dilger – Tarisha, Nürnberg | Bob Schumacher – Masseur bei Dakini Köln

Reihe hinten v.l.n.r.: Rolf Fischler – Tantra Relaks Saarbrücken | Olaf Göbel – TantraConnection Essen | Sili Sauf – Masseurin bei Ayella Essen | Manfred Kochs – Moderation, Masseur in Ausbildung

Foto: Antonia Vilos, Masseurin bei Ananda Köln

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2014-11 // Zehn Jahre TMV – Mitgliederversammlung und große Geburtstagsparty

Im Seminarhaus Parimal Gut Hübenthal bei Kassel

Im Seminarhaus Parimal Gut Hübenthal bei Kassel

Vom 10. bis 12. November 2014 traf sich der TMV zur jährlichen Mitgliederversammlung im Parimal Gut Hübenthal bei Kassel. Nach Vorstellung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen sowie Verteilung der anstehenden Aufgaben samt lebhafter Diskussion wurde ausgiebig gefeiert. So gab es Zeit für den persönlichen Austausch und zum Kennenlernen von neuen und alten Mitgliedern.

Mit großem Applaus verabschiedeten die Teilnehmer Michaela Riedl aus dem Amt und wählten Olaf Göbel einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden des Verbandes. Auch die übrigen Vorstandsmitglieder wurden für zwei Jahre gewählt, darunter jeweils ein Vertreter für Praxen, Masseure und Ausbilder. Der TMV geht deutlich gestärkt in die nächste Dekade.

Auf dem Bild sind folgende Personen zu sehen:

Reihe vorn v.l.n.r.: Julia Frankenberger – Massagelounge Hamburg | Guido Dippel – Masseur bei Ayella Essen & Ananda Köln | Brigitta Jecko – ManuMagic Basel | Olaf Göbel – TantraConnection Essen | Kaya Könn – TantraArt Mönchengladbach | Michaela Riedl – AnandaWave® Köln | Martina Weiser – Ananda Köln
 
Reihe mittig v.l.n.r.: Elisabeth Strack – Zaida Hannover | Stephan Streichhahn & Wiebke Heuchert – Avalon Frankfurt a.M. | Christine Andersch – Masseurin bei Ananda Köln | Maria Giulia Lodrini – Gast, Masseurin bei Tarisha Nürnberg | Smita Birgit Stehle – LaLita/ Atelier Kunstgriff, Leipzig
 
Reihe hinten v.l.n.r.: Markus Franz – Gastmitglied, Masseur in Ausbildung | Sili Sauf – Masseurin bei Ayella Essen | Amara Allelein – Ayella Essen & Samara Hagen | Elvira Jamala Malinovskaa & Gerhard Mühlbauer – Jembatan München | Manfred Kochs – Moderation, Masseur in Ausbildung | Monika Kochs – Dakini Stuttgart, Dakini Köln | Sonja Weber – Gastmitglied, Masseurin in Ausbildung | Ivo Kastelic – Gastmitglied, Masseur in Ausbildung | Bob Schumacher – Masseur bei Dakini Köln | Tarika Dilger – Tarisha, Nürnberg

Foto: Antonia Vilos, Masseurin bei Ananda Köln

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2014-08 // Offener Brief an Fritz Kuhn, Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart

Landeshauptstadt Stuttgart
Herr Oberbürgermeister Fritz Kuhn
70161 Stuttgart

Bitte um Abwägung:
Warum die Tantramassage TMV nicht unter die Stuttgarter Vergnügungssteuer fällt

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Michaela Riedl, Erste Vorsitzende TMV

Michaela Riedl, Erste Vorsitzende TMV

wie Sie mit Sicherheit wissen, gibt es derzeit einen Rechtsstreit mit der Stadtkämmerei der Landeshauptstadt Stuttgart, in dem es um die Zahlung der Vergnügungssteuer einer Stuttgarter Tantramassage-Praxis geht. Der Fall stieß im Juli bundesweit auf großes mediales Interesse. Die Stuttgarter Nachrichten, die dpa, die Süddeutsche Zeitung, die FAZ und andere Redaktionen haben ausführlich darüber berichtet.

Im Kern geht es um die Klage der Stuttgarter Bürgerin Monika Kochs, die Inhaberin und Geschäftsführerin der Tantramassage-Praxis Dakini ist. Mit ihrer Klage wehrt sie sich gegen die Verpflichtung zur Zahlung der Vergnügungssteuer. Nach der erstinstanzlichen mündlichen Verhandlung vom 6. November 2013 vor dem Stuttgarter Verwaltungsgericht wurde die Klage abgewiesen. Immerhin stellte man hier öffentlich klar: „Das Gericht vermag nicht zu erkennen, dass es sich bei den bei der Klägerin tätigen Masseurinnen und Masseuren um Prostituierte im Sinne des Prostitutionsgesetzes handeln könnte.“ Diese Differenzierung war gut und wichtig, denn vielen Menschen, vor allem Frauen und Paaren, erschwert man den Zugang zu einer Tantramassage, wenn diese in die Nähe der Prostitution gerückt wird.

Auch in der zweiten Instanz vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim wurde Ende Juli entschieden, dass Monika Kochs die Vergnügungssteuer zahlen müsse: „Das Angebot von Tantra-Massagen als Ganzkörpermassagen unter Einbeziehung des Intimbereichs in einem Massage-Studio ist eine ‚gezielte Einräumung der Gelegenheit zu sexuellen Vergnügungen‘ im Sinne der Vergnügungssteuersatzung der Landeshauptstadt Stuttgart“ (Auszug aus der Pressemitteilung Nr. 25 des Verwaltungsgerichtshofs vom 21.07.2014). Damit sei die Zahlung der Steuer rechtmäßig.

Der TMV teilt als Verband die Auffassung von Monika Kochs

Monika Kochs ist Mitglied im Tantramassage-Verband e.V. (TMV). Wie Monika Kochs vertreten wir als Berufsverband die Auffassung, dass es nicht sachgerecht ist, die Vergnügungssteuer auf Tantramassage-Praxen anzuwenden. Unseren Standpunkt möchten wir im Folgenden näher erläutern – zumal es in Teilen der Presse so dargestellt wurde, als ginge es bei der Klage gegen die Vergnügungssteuer um wirtschaftliche Aspekte im Sinne einer steuerlichen Ersparnis. Doch uns geht es um etwas viel Fundamentaleres, nämlich um unser persönliches und berufliches Selbstverständnis. Wir sehen unsere Arbeit als einen wichtigen kulturellen Beitrag zu einer offenen und selbstbewussten Gesellschaft, der als „Zerstreuung und Entspannung mit erotischem Bezug“ nicht korrekt beschrieben wird (wie es in der Mannheimer Pressemitteilung heißt).

Der TMV setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 2004 für die Vermittlung eines angemessenen Berufsbilds der Tantramasseure und -masseurinnen ein, die nach seinen Qualitätskriterien arbeiten. 2013 hat der Verband eine öffentliche Tagung in Köln ausgerichtet, die von über 140 Gästen besucht wurde. Zwei seiner wichtigsten Arbeitsfelder sind die Wissensvermittlung und die Weiterentwicklung einer soliden Ausbildung, die er in seinem zehnjährigen Bestehen begründet hat. Mittelfristig soll daher der Begriff der „Tantramassage TMV“ markenrechtlichen Schutz erhalten, um ein klares Signal an die Gäste der Praxen und die allgemeine Öffentlichkeit zu senden. Denn durch seine Qualitätsstandards zieht der Verband eine eindeutige Grenze zwischen der Arbeit seiner Mitgliedspraxen und unseriösen Angeboten, die mit dem Etikett der Tantramassage werben – darunter aber eine Erotikdienstleistung verstehen, die vor allem aus einer Intimmassage besteht, welche das Ziel verfolgt, einen Orgasmus herbeizuführen.

Wo fängt sexuelles Vergnügen an?

Diese Art von Dienstleistung hat wenig mit der Auffassung des TMV von einer Tantramassage zu tun. Da die Tantramassage den Menschen als ganzheitliches Wesen betrachtet, spart sie Berührungen im Intimbereich nicht aus. Sie macht also keinen Unterschied zwischen „sexuellen“ und „nicht-sexuellen“ Körperregionen oder Empfindungen. Der ganze Körper ist aus Perspektive der Tantramassage berührens- und verehrenswert und gilt im Sinne ihrer spirituellen Tradition sogar als heilig. Daher greift die Formulierung, in den Praxen gehe es um das „gezielte Einräumen von sexuellem Vergnügen“ zu kurz.

Das sexuelle Vergnügen mag ein Aspekt unter vielen sein, der Gäste dazu veranlasst, unsere Praxen zu besuchen. Die Grenze, die wir im Alltag zwischen sexuellem und nicht-sexuellem Vergnügen ziehen, ist jedoch ziemlich willkürlich. Die oben zitierte Mannheimer Pressemitteilung gibt die Auffassung des Verwaltungsgerichtshofs zur Tantramassage wie folgt wieder: „Eine solche Massage biete bei objektiver Betrachtungsweise eine Zerstreuung und Entspannung mit erotischem Bezug. Hieran könne in Ansehung der Werbung der Klägerin, aber auch der Grundsätze des Tantramassagen-Verbandes nicht ernstlich gezweifelt werden.“ Hierauf ist zu antworten: Ja, die Tantramassage hat durchaus sexuelle Aspekte, daran zweifelt in der Tat niemand. Dies teilt sie jedoch mit einer großen Zahl an kulturellen oder körperlichen Aktivitäten. Wichtig ist vor allem: Aus Sicht des TMV und all seiner Mitgliedspraxen sind der sexuelle Aspekt und das sexuelle Vergnügen nicht wesentlich. Sie sind in der Tantramassage ähnlich wesentlich oder unwesentlich wie bei dem Komponieren eines sinnlichen Musikstücks, der Rezitation eines erotischen Gedichts oder dem Tanz eines Tango Argentino.

Die Förderung sexueller Gesundheit: gemeinsames Ziel der WHO und des TMV

Bitte besteuern Sie die Tantramassage TMV daher nicht mit dem Instrumentarium, das in Stuttgart für Pornofilme, Gewaltspiele, Wettbüros und Sexliveauftritte vorgesehen ist. Wir sehen uns in dieses Umfeld zu Unrecht gestellt. Wenn Sie die Tantramassage TMV weiterhin besteuern möchten, dann erwägen Sie doch bitte die Einrichtung einer allgemeinen Steuer für Kulturschaffende oder für Berufsgruppen, die für das psychosoziale Wohl oder die sexuelle Gesundheit zuständig sind. Auf dem 20. Weltkongress für sexuelle Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) diskutierten im Juni 2011 über tausend Teilnehmer über sexuelle Rechte, sexuelle Freiheit und die weltweite Sexualerziehung. Die WHO definiert sexuelle Gesundheit wie folgt:

„Sexuelle Gesundheit ist untrennbar mit Gesundheit insgesamt, mit Wohlbefinden und Lebensqualität verbunden. Sie ist ein Zustand des körperlichen, emotionalen, mentalen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität und nicht nur das Fehlen von Krankheit, Funktionsstörungen oder Gebrechen. Sexuelle Gesundheit setzt eine positive und respektvolle Haltung zu Sexualität und sexuellen Beziehungen voraus sowie die Möglichkeit, angenehme und sichere sexuelle Erfahrungen zu machen, und zwar frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt.“
(WHO-Website)

Als Ziel des Kongresses nannte die WHO u.a., „die sexuelle Gesundheit aller Menschen, das gesamte Leben hindurch und ungeachtet sozialer und persönlicher Umstände zu fördern“. Dieser Zielsetzung und der obengenannten Auffassung von sexueller Gesundheit schließt sich der TMV vollständig an und fügt hinzu: Tantramassage-Institute nach TMV-Standards leisten einen Beitrag zur sexuellen Gesundheit im Sinne der WHO. Sie schaffen Räume, in denen Menschen jeden Alters und jeder kulturellen, sozialen und ethnischen Herkunft vorurteilsfrei begegnet wird. Die Tantramassage-Institute des TMV zählen daher selbstverständlich auch Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung zu ihren gern gesehenen Gästen.

Die Berührung des gesamten Menschen – sowohl auf körperlicher wie auf emotionaler Ebene – steht bei der Tantramassage im Vordergrund. Dabei geht es auch um das, was die Tantramassage als Teil ihres spirituellen Erbes ansieht: das Verständnis, dass alle Menschen miteinander verbunden sind und dass diese Verbindung in einer Massage-Sitzung erleb- und erfahrbar ist. Die scheinbare Abgetrenntheit des Menschen, die in unserer hoch individualisierten Gesellschaft zu Einsamkeit, Isolation und psychosomatischen Krankheiten führt, löst sich dadurch in der persönlichen Erfahrung zeitweilig auf. Wer eine Tantramassage bekommt, erlebt buchstäblich am eigenen Leib, dass wir mit der Welt und den Menschen um uns herum viel enger verbunden sind, als uns im Alltag bewusst ist.
Damit verfolgt die Tantramassage TMV ein zutiefst humanistisches und soziales Anliegen. Die sexuelle Ebene wird in der Tantramassage eben nicht aus Selbstzweck betreten; sie ist auch nicht die Hauptebene, auf der der Masseur/die Masseurin agiert. Der Tantramassage geht es um den Menschen als Ganzes. Die Reduktion auf das „sexuelle Vergnügen“ geht daher an allem vorbei, was die Tantramassage bezweckt und verrät eine tiefe Unkenntnis dessen, was sich in einer Tantramassage vollzieht.

Die Tantramassage fällt in eine eigene Kategorie

Wenn man sich die Vergnügungssteuer in Stuttgart anschaut, so scheint ihr dort auch eine sozial steuernde Funktion zuzukommen: Sie verteuert offensichtlich Tätigkeiten, die für das Gemeinwohl wenn nicht als schädlich, so doch zumindest als nicht-förderlich betrachtet werden (Wetten, Sexfilmkonsum, Gewaltspiele etc.). Demgegenüber sind wir jedoch der Auffassung, dass die Tantramassage eine gesellschaftliche Leistung erbringt, die im therapeutischen, sozialen oder kulturellen Bereich anzusiedeln ist – in keinem Fall aber in dem Bereich, für den die Vergnügungssteuer vorgesehen ist. Eigentlich bildet die Tantramassage eine völlig eigene Kategorie und lässt sich in keine der verfügbaren Schubladen einsortieren. In der ersten Instanz räumte das Gericht gegenüber Monika Kochs daher auch ein, dass es nur zwischen Schwarz und Weiß entscheiden könne. Dieses Zugeständnis wurde laut Aussage von Monika Kochs nahezu bedauernd formuliert.

Wir bitten Sie daher darum, in Ihrer Funktion als Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart abzuwägen, ob die eigene Kategorie der Tantramassage TMV nicht auch eine ihr angemessene steuerliche Behandlung erfahren sollte, indem Sie Monika Kochs‘ Tantramassage-Praxis Dakini von der Vergnügungssteuer ausnehmen. Aus unserer Sicht wäre dies ein klares Signal zur Stärkung einer freiheitlichen, kulturell selbstbewussten Gesellschaft, die ihre Sexualität als wichtigen und förderungswürdigen Teil des menschlichen Daseins betrachtet – statt den Zugang zu einer fachlich fundierten Tantramassage durch eine zusätzliche Aufwandsteuer zu erschweren.

Mit herzlichen Grüßen

Michaela Riedl
Erste Vorsitzende Tantramassage-Verband e.V.

Köln, 18. August 2014

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2014-07 // Nach dem Gerichtstermin: Was die Presse sagt und was wir antworten

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Der Mannheimer Gerichtstermin liegt hinter uns, und die Wellen haben sich nach der Aufregung der letzten Woche etwas gelegt. Natürlich freut uns das große öffentliche Interesse an der Klage gegen die Vergnügungssteuer. Es zeigt: Was der TMV und seine Mitglieder zu sagen haben, ist gesellschaftlich relevant.

Nun ist Zeit, einen Blick auf ein paar Berichte zu werfen, mit denen Presse und Rundfunk über Monika Kochs, ihr Stuttgarter Massage-Institut Dakini und die Klage gegen die Vergnügungssteuer informierten. Allein über fünfzig Online-Redaktionen aus ganz Deutschland berichteten über die Gerichtsverhandlung vom letzten Donnerstag, flächendeckend von den Lübecker Nachrichten bis zum Berchtesgadener Anzeiger. Die meisten Artikel basierten auf Material der Presseagentur dpa von Jonas Schöll, so z.B. der Artikel im Bonner Generalanzeiger.

Die SWR Landesschau Baden-Württemberg brachte einen wohlwollenden Beitrag, der einige wichtige Punkte benennt. „Wir haben auch festgestellt, dass es keine Berührungspunkte mit dem Rotlichtmilieu im Allgemeinen gibt“, lässt man Polizeisprecherin Stephanie Reh aus Stuttgart in dem Beitrag zu Wort kommen. Die Kommentarstimme endet mit dem schönen Ausblick: „Ein Urteil gab es heute nicht. Das kommt schriftlich irgendwann innerhalb der nächsten Wochen. Egal wie es lautet – im Dakini werden wohl weiterhin Gäste zu Tantramassagen begrüßt. Ob mit oder ohne Vergnügungssteuer.“

Die bürgerlich-konservative FAZ schickte ihren politischen Korrespondenten Rüdiger Soldt zur TMV-Pressekonferenz nach Mannheim. Wie zu erwarten war, fiel sein Artikel kritisch aus. Schade eigentlich, dass die FAZ die Kritik nicht auf Sachargumente beschränkte, sondern meinte, ihrem Artikel zusätzlich nach Art des Tendenzjournalismus einen negativen Dreh geben zu müssen. So ist beispielsweise nicht nachvollziehbar, warum Soldt betont, dass das Dakini in Stuttgart „zwei Kilometer entfernt von dem bekannten und verrufenen Rotlicht-Distrikt im Leonhardsviertel“ gelegen ist. Hier werden Zusammenhänge angedeutet, die weder nach Meinung der Polizei noch nach Auffassung der Gerichte in Stuttgart und Mannheim bestehen.

Dankbar darf man Soldt für seine Ehrlichkeit sein, denn er formuliert sein Unverständnis geradeheraus: „Wenn die Tantra-Massagen die ‚Kunst der körperlichen Berührung‘ kultivieren, sie ‚gesundheitsfördernd‘ sind und sogar ‚Herz, Seele und Gedanken‘ erreichen, dann irritiert zumindest der Werbespruch des Verbands: ‚Wir schaffen sexuelle Kultur.‘“ Soldts Irritation macht eines deutlich: In konservativen Kreisen ist es offensichtlich ein Widerspruch, von Gesundheit, Herz, Seele, Gedanken und sexueller Kultur im selben Atemzug zu sprechen. Gehört Sexualität für diese Milieus etwa nach wie vor in die Dunkelheit des privaten Schlafzimmers? Eine Sexualität, die sich selbstbewusst als Teil einer öffentlichen Kultur versteht, muss vor diesem Hintergrund natürlich als anstößig und paradox erscheinen. Drei Dinge auf einmal, Gefühl, Verstand und sexuelle Kultur, das scheint einfach nicht zu gehen.

Uns gibt dies die Gelegenheit, einmal mehr zu betonen: Wir setzen uns für einen selbstbewussten öffentlichen Umgang mit sexuellen Themen ein. Die Tantramassage lässt sich natürlich nicht auf ihren sexuellen Aspekt beschränken. Genau dies ist ja einer der Gründe für die Klage gegen die Vergnügungssteuer. Aber der TMV sieht sich als Akteur, der einen Beitrag dafür leistet, dass erwachsene Menschen in selbstbestimmter und freier Weise einen öffentlichen Diskurs über sexuelle Themen führen können. Wir sehen dies als wichtigen Bestandteil einer sexuellen Kultur an.

Deutlich besser war das Anliegen des TMV bei der Süddeutschen Zeitung angekommen. In ihrer Online-Ausgabe brachte sie ein ausführliches Interview mit Martina Weiser, der Inhaberin der Tantramassagepraxis Ananda in Köln. In der Print-Ausgabe berichtet Max Hägler aus Mannheim. Wir sind froh zu lesen: „Den Gerichtstermin nutzen Monika Kochs und einige mitgereiste Mitstreiter des Tantramassage-Verbands, um endlich klar zu machen, dass Tantra eine ganz neue ‚Klassifizierung von Berührung‘ sei.“ Martina Weiser präzisiert diesen Gedanken im Interview mit der Online-SZ: „Wenn ich Klavier lernen möchte, brauche ich einen fähigen Lehrer und einen Ort, an dem ich darauf spielen darf, es anfassen darf – und an dem auch Reaktionen Raum haben dürfen. Wo es in Ordnung ist, wenn etwas nicht funktioniert oder spontan Lust aufkommt. Ärzten und Psychotherapeuten ist es berufsrechtlich verboten, intime und sexuell stimulierende Berührungen anzuwenden – und das ist auch gut so, weil sie dafür nicht ausgebildet wurden und es sie massiv überfordern würde.“

Während wir gespannt auf das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg warten, schauen wir uns weiter an, wie sich unsere Arbeit in der Berichterstattung niederschlägt. Bisher sind wir mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.

11.07.2014

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